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Servicewüste Notebook?

Notebook

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Vor vier Jahren habe ich mir zusätzlich zu meinem „großen“ Computer ein „Notebook“ zugelegt.
Manche sagen Laptop zu solchen Zweitgeräten, ich sage Notebook – weil der Hersteller es so nannte.
Also gut, es lief wunderbar, machte alles, was ich wollte, sogar Internet …

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– Herz, was willst du mehr?
Als ich dann ein Jahr nach dem Kauf in einer wahrscheinlich kompetenten Computerzeitschrift einen umfangreichen Vergleichstest über die Servicequalität von Herstellern solcher Notbooks bzw. Laptops las, war ich erschüttert, denn ausgerechnet mein Hersteller schnitt dabei total miserabel ab, was Reparaturen betrifft.
Kurz danach sah ich den Report dann in einer Fernsehsendung, schlimm!
Also freute ich mich über jeden Tag, den mein Notebook überstand, ohne irgendwelche Macken oder Ausfälle zu zeigen.
Bis – letzte Woche!
Über vier Jahre ging alles prima, bis letzte Woche einige Tasten nicht mehr die Buchstaben schrieben, die auf ihnen aufgedruckt sind.
Plötzlich musste ich das A immer mehrmals drücken und das F ging überhaupt nicht mehr!
Auch die L-Taste tats nur noch manchmal …
Mist! Großer Ärger! Und was nun???
Bei meinem „Großen“ hatte ich das Problem auch mal, da habe ich mir für rund 15 Euro eine neue Tastatur gegönnt.
Alte Tastatur Stecker raus, neue Tastatur Stecker rein – fertig.
Aber hier? Bei diesem Kleinen?
Rundum alles flach und mit Plastik zu, fast wie eingeschweißt.
Garantie bzw. Gewährleistung sind vorbei, also Reparatur auf eigene Kosten probieren.
Zuerst mal „meinen“ Hersteller anrufen, obwohl der ja eigentlich – siehe oben!
Und so war es dann auch, teure Hotlinenummer, mit reichlich unnötigen Minuten endlos blöder Musik – und wohl xx Euro Telefonkosten!
„Da können Sie selbst gar nichts machen, das Notebook müssten Sie uns auf Ihre Kosten schicken, das kann insgesamt mit Ersatztastatur und Arbeitslohn ungefähr 300 Euro kosten, je nach Ursache, was wir am Telefon natürlich nicht so genau analysieren können … – aber das lohnt vielleicht für Sie vielleicht gar nicht mehr …“
Ach du Sch…! Für mein schönes Notebook lohnt sich eine Reparatur nicht mehr?!
Na gut, das werden wir ja sehen, da gibt es im Internet ja noch PC-Doktoren oder so ähnlich.
Also anrufen: ohje, auch Hotline!  Auch Musikwarteschleife! Dann aber eine tolle Frauenstimme!!! Ist sicher eine Arzthelferin, die hilft sicher sofort!
„Hm, Ihre Tasten gehen nicht mehr? Zuerst einmal müssen Sie mir einige Fragen für die Diagnose beantworten: Ist der Akku noch geladen? Welches Betriebssysem haben Sie? Wieviel Platz ist auf der Festplatte noch frei?“
Oh Gott! Ob die Dame wohl wirklich weiß, worum es sich hier handelt?
Immerhin hat sie mich nicht nach meiner Krankenkasse gefragt und die Praxisgebühr habe ich ja schon an der Hotline bezahlt.
Ich habe mir bei dem PC-Doktor jedenfalls keinen Termin geben lassen.
Also ein neuer Versuch, diesmal bei einer „PC-Klinik“. Ein Mann am Telefon – vielleicht der Chefarzt?
„Wie alt ist denn Ihr Notebook wohl?“ – „Das habe ich im März 2006 gekauft …“
„Tut uns sehr leid, aber dann ist es zu alt, solche alten Geräte behandeln wir nicht mehr, dafür gibt es fast keine Ersatzteile mehr.“
„Wie bitte? Zu alt? Das hat bis vor einigen Tagen noch bestens funktioniert!“
„Ja, das glaube ich Ihnen gerne. Aber solche Ausfälle kommen ganz plötzlich und werden dann mit dem Alter immer häufiger. Da wird dann der Aufwand zu groß, vielen Dank für Ihren Anruf …“ – und weg!
Hä?! Wo bin ich eigentlich? Im High-Tech-Land Deutschland? Oder wo sonst?
Gestern war ich bei meinem lokalen Computer-Fachhändler, da, wo ich eigentlich ein neues Notebook kaufen müsste, demnächst vielleicht.
Naja, ich habe das alte mal mitgenommen, um nach solch einem ähnlichen zu suchen – allerdings von einer anderen Marke, ganz bestimmt!
Da kam dann ein Verkäufer hinter dem Vorhang hervor, dem würde ich wahrscheinlich nichtmal meine Tochter anvertrauen, aber egal, darum ging es ja auch gar nicht.
„Na, was haben wir dann da? Ist die Kiste kaputt? Und jetzt wollen Sie eine neue? Zeigen Sie mal her …“
„Ja eigentlich dachte ich, ich wollte das Notebook reparieren lassen, aber das macht ja wohl kaum noch einer?“
Ich gab ihm das Notebook und erklärte ihm das Desaster mit den Tasten.
„Aaaach, das haben wir gleich …, dauert nicht lange …, Moment …“
Nahm das Notebook und dazu einen Schraubenzieher.
´Oh, bloß nicht auseinanderschrauben´, dachte ich noch – und schon lag die Tastatur auf der Verkaufstheke! Losgelöst aus dem Notebook, ganz alleine!
Dann nahm der Fuzzy eine weiße Dose mit einem langen Röhrchen vorne dran, zielte damit in die Tastatur hinein – und zusammen mit dem Zischen der Spraydose flogen kleine Teile aus der Tastatur raus!
Das war wohl ein Spray mit Druckluft – und was aus der Tastatur rausflog, war wohl reichlich Staub und Brötchenkrümel oder so ähnliche Teile …
„So, nun wollen wir mal sehen, was die Kiste macht, wenn die Tastatur wieder drin ist …“, meinte Fuzzy ganz ruhig und grinste.
Die war in weniger als 3 (!) Minuten wieder eingebaut.
Dann das Notebook starten und warten, warten, warten.
Textprogramm anklicken und Tasten drücken:  A, F, L – funktionierten wieder einwandfrei, wie am ersten Tag! Und alle anderen auch noch, toll!
Zuerst war ich einen Moment sprachlos, dann berappelte ich mich wieder: „Das haben Sie ganz toll gemacht, super! Was muss ich bezahlen?“
„Ach, das war doch nicht der Rede wert. Wenn Sie wirklich mal ein neues Notebook kaufen wollen, dann kommen Sie zu mir, dann reden wir mal drüber .., ok?“
„Ok, abgemacht, versprochen, nochmal herzlichen Dank für die tolle Hilfe!“, gab ich zurück – und fragte mich im Kopf, wofür es in Deutschland Service-Hotlines, PC-Doktoren und PC-Kliniken gibt, wenn der Heilpraktiker des Vertrauens es sofort, schnell, kompetent und besser kann und überhaupt tut.
Beim Gehen habe ich dann einen 10-Euroschein in das DGzRS-Schiffchen gesteckt, das seitlich auf der Theke stand – für alle Fälle.

Herzlichst Ihr
quien sabe

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