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In Pfungstadt funkt das Wasser

In Pfungstadt funkt das Wasser

Funk-Wasseruhr

Funk-Wasseruhr

Große Modernisierungsaktion in Pfungstadt

Austausch von Wasserzähler alt, früher „Wasseruhr“ genannt, gegen Wasserzähler neu, der jetzt „Ultraschall-Wasserzähler mit integriertem Funkmodul“ heißt.
Der Hersteller nennt das Funkgerät in seiner Werbung HYDRUS und verspricht:
„Es schafft die perfekte Datenbasis für Smart Metering.
Der neue Ultraschall-Wasserzähler wird mit integriertem Funkmodul oder M-Bus-Schnittstelle geliefert – für die automatische Auslesung in Sekunden. HYDRUS – der smarte Ultraschall-Wasserzähler.
Mit echten Zählerständen nach dem Open Metering Standard lässt er sich ideal in die Systemumgebung einbinden und misst dabei absolut präzise und langzeitstabil.
Bis zu 16 Jahre Batterielebensdauer machen ihn extrem wartungsarm. So macht HYDRUS die effiziente Wassernutzung zum reinen Genuss.“

Endlich mal Wassernutzung mit Genuss!
Nur – ehrlich: wer ist denn wohl bisher in den Keller gegangen, um sein Wasser an der Wasseruhr mit „reinem Genuss“ zu nutzen?
Und warum sollten wir jetzt plötzlich in den Keller gehen und vielleicht Wasser-Genuss-Parties feiern?
Jetzt misst das neue Wundergerät endlich mit „echten Zählerständen“ und „absolut präzise“ …! Versprochen.
Hm, war die alte Wasseruhr vielleicht NICHT PRÄZISE?
Hat die etwa über Jahre zu wenig Wasserdurchlauf gemessen – und wir haben zu wenig Wassergeld bezahlt?
Will der Hersteller nun den Städten helfen, das Wassergeld „absolut präzise“ zu kassieren?
Oder hat die Alte viele Jahre lang zuviel Wasserverbrauch angezeigt und wir haben zuviel Wassergeld bezahlt?
Plötzlich will jetzt der Hersteller UNS helfen, nicht mehr zuviel Wassergeld zu zahlen? Endlich …?
Fragen über Fragen …
Und – oh Wunder – das Teil hat ein Batterie, die SECHZEHN Jahre halten soll! Angeblich. Wer´s glaubt …!
Warum haben wir solche Batterien zum Beispiel noch nicht für unseren Pkw? Oder unser Notebook?
Und der Hammer ist: DER WASSERZÄHLER FUNKT! Der funkt wirklich! Unsere Wasserbrauchsdaten!
Wohin? Na, ist doch klar: an den, der auf der Straße vor unserm Haus mit einem Gerät steht, mit dem man Funk-Daten empfangen kann. Ohne dass er zu uns ins Haus muss und ohne dass wir dabei sein und es wissen müssen.
Ganz ohne Virenschutz und Firewall und andere komische Software.
Toll! Endlich kann mal jemand unsere Daten abholen, ohne uns …
Und was macht der dann damit? Ist doch auch klar! Er weiß, wie wir heißen und wo wir wohnen und nimmt die empfangenen Daten, verarbeitet die – und wir bekommen dann die Wasserrechnung-neu.
Mehr nicht? – Naja, das weiß ich nicht.
Vielleicht speichert er dann unsere Verbrauchsdaten. Oder ein anderer speichert die. Wo? Ist doch egal, Hauptsache, sie sind irgendwo gespeichert. Müssen wir doch auch gar nicht wissen, weil, es sind doch gar nicht mehr unsere Daten, wenn sie abgeholt sind … – oder?
Achso, eh ich es vergesse: das weiter oben genannte „Open Metering“ – andere sagen dazu auch „Smart Metering“ – bedeutet, dass solche Funkübertragungsmessgeräte z. B. auch für den Stromverbrauch und den Gasverbrauch in die Häuser kommen sollen.
Eigentlich gibt es die schon, nur hier war noch keiner dafür.
Dann wir bald alles so gemessen und mit Funk aus dem Haus geholt, oder über Leitungen zum Lieferanten übertragen, was es abzurechnen gibt.
Und unsere Daten? Naja, sind halt nur Daten. Ist doch eh egal, an unserer Haustüre steht doch auch schon lange unser Name, manchmal sogar mit Vornamen und Beruf.
Und wenn dann alle Wasser-, Strom-, Gas- und sonstige Lieferanten „absolut präzise“ alle meine Daten haben und die auch noch zu beliebigen Zeiten messen und mit Funk oder über Leitungen beliebig oft abrufen können, weil ich nicht mehr dabei sein muss, dann wissen sie alle ganz genau, wann ich häufig und weniger verbrauche.
Dann können sie mir endlich ganz tolle Tarife anbieten, mit denen ich VIEL Geld spare, sehr viel Geld. Endlich!
Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Schöne, neue Funk-Welt!
Achso: Warum habe ich eigentlich keine schriftliche Information oder Vertragsergänzung oder so von meinem Wasserwerk bekommen, wo doch nun mit Funkdatenübertragung gearbeitet wird?
Und warum hat mich niemand gefragt, ob ich das will und zustimme – oder ob ich gegen Datenfunk und das alles bin?
Und falls ich dagegen bin, wo muss ich mir dann mein Wasser künftig holen?
Vielleicht beim Nachbarn? Oder auf die Stadt?

Herzlichst Ihr
quien sabe

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